die neue inszenierung der cie. toula limnaios lässt sich vom motiv des »narrenschiffs« inspirieren. dieses reicht zurück bis plato, avancierte jedoch vom mittelalter bis heute zu einem immer brennenderen thema in literatur und kunst. »la nef des fols« lässt in verschiedene richtungen denken. dabei bleibt offen, ob die protagonist*innen eine überbordende gesellschaft vertreten, die mit feuereifer ein führungsloses schiff navigiert, das bereits den kurs verloren hat, oder ob sie versuchen unheil und gefahren zu entkommen. auf ihrer reise ins ungewisse der paradoxie totaler freiheit und zugleich vollkommenen gefangenseins unterworfen, streben sie frenetisch vorwärts.

in der fast surrealistischen allegorie der laster unserer zeit sucht die cie. toula limnaios nach dem gemeinschafts-stiftenden element in einer zunehmend erbarmungslosen welt. gewalt mischt sich mit momenten von licht und hoffnung, während den poetischen bildern trotz aller tragik immer auch eine schönheit zugrunde liegt.

»die reise des irren ist eine rigorose trennung, eingeschlossen im boot, aus dem es kein entrinnen gibt.« michel foucault (aus: »wahnsinn und gesellschaft – eine geschichte des wahns im zeitalter der vernunft«)

premiere 03 juli 2024
kommende veranstaltungen 03 – 06 + 10 – 13 juli

die cie. toula limnaios wird gefördert durch die senatsverwaltung für kultur und gesellschaftlichen zusammenhalt.

konzept/choreographie

toula limnaios

musik

ralf r. ollertz

tanz/kreation

rafael abreu, daniel afonso, francesca bedin, laura beschi, félix deepen, karolina kardasz, amandine lamouroux, hironori sugata

assistenz

alice gaspari

technischer leiter/lichtdesign

felix grimm

raum

toula limnaios

tourneen kooperationen

marie schmieder

public relation

sarah böhmer

licht und bühnentechnik

domenik engemann

kostüme

toula limnaios, kristina weiß-busch

fotos

cyan