»Der flexible Mensch kann sich nicht einer Meinung anschließen, er hat keine Ruhe mehr, er ist da, wo der Wind ihn hintreibt. Wir sind heute ziellos Dahintreibende. (drift: treiben, getrieben werden)«(Richard Sennet)

»Ich bin der unfertige, der unvollkommene Mensch, ich lebe in einem Wirbel von Veränderungen wie in einem weißen Nebel, im Non-Sens und wenn mein Geist voller Unruhe ist, kann meine Seele nicht die Welt widerspiegeln. Unsere Ängste fressen die Seile des Lebens auf, aber ich lerne Hier zu sein. Ein Mensch zu werden: dieses Ich, ein Muster von etwas, was niemals entworfen wurde. Der leidende, der schutzlose, der sinnlich begrenzte, der ängstliche, der planende, der schwache, der destruktive, der vergessliche, der alternde, der sterbliche Mensch.« (Toula Limnaios über »drift«)

»…ganz ohne video wird hier die medienverwirrung erreicht, zappt der zuschauer von einem raum zum anderen. man muss sich daran gewöhnen, die gier, visuell nicht alles beherrschen zu können, einzudämmen. aber dies ist durchaus berauschend.« (berliner morgenpost, andrea philippi, 2002)

drift ist eine gemeinsame produktion der cie. toula limnaios und der stiftung bauhaus dessau. die aufführungen am bauhaus dessau wurden durch das npn aus mitteln des bundes ermöglicht.
gastspiele: berlin, dessau, dortmund

konzept/choreographie

toula limnaios

musik

ralf. r. ollertz

tanz/kreation

chandana m. hörmann, ulrich huhn,toula limnaios

lichtdesign

klaus dust

public relation

silke wiethe

fotos

susanne hoss, dieter hartwig

kritiken

»ein knoten in der zeit. was ist ein flexibler mensch? /// mit ›drift‹ zeigt die compagnie eine eindrucksvolle arbeit, die gemeinsam mit der stiftung bauhaus dessau entstanden ist. das stück reagiert formal auf die architektur dieses sonderbaren raumes und verinnerlicht aktuelle medientheoretische ansätze, ohne dabei die seelenpoesie der künstlerin zu verlieren. durch große spiegelwände ist die bühne in zwei welten geteilt.
zu ralf r. ollertz eindringlicher musik aus motorbrausen und alltagsbruchstücken überlappen sich passagen menschlichen daseins. während chandana hörmann und ulrich huhn in stummen dialogen nebeneinander existieren, sich schützend in abstrakter walzervariation wiegen oder masken eigener emotionen ablegen, spiegelt sich auf der anderen seite der gewundene körper von limnaios, verzerrt sich mit schatten ferner gesten.
ganz ohne video wird hier die medienverwirrung erreicht, zappt der zuschauer von einem raum zum anderen. man muss sich daran gewöhnen, die gier, visuell nicht alles beherrschen zu können, einzudämmen. aber dies ist durchaus berauschend.« (berliner morgenpost, andrea philippi, 2002)

»… statt der berührung mit fremder hand fächeln sie sich luft oder stoßen gepresste atemluft aus oder schlingen ihre arme um die eigene taille.
daraus ergeben sich tragikomische situationen, wie der flugversuch im zustand der blendung, wie orthographische gesten für die formulierung einer verlustanzeige. diesen beabsichtigten eindruck verstärkt ralf r. ollertz mit seiner kongenialen komposition, die als verfremdete bearbeitung eines godard-soundtracks wie die musik zu einem atomisierten film erscheint.« (mitteldeutsche zeitung, andreas hillger, 2002)