»sehen sie, wie dieser körper seinen schatten wirft und wie aus ihm träume geboren werden.« henri bosco

ausgangspunkt des tanzstückes ist die thematik der schatten, frei inspiriert nach adelbert chamissos kunstmärchen »peter schlemihls wundersame geschichte«, welches im jahre 1813 verfasst wurde und die geschichte eines mannes erzählt, der seinen schatten verkauft. »clair obscur« ist der versuch sich an die komplexität und vielschichtigkeit von schatten und deren paradox heran zu tasten, denn schatten haben viele gesichter.
die halle verwandelt sich in einen zweigeteilten bühnenraum. die zwei seiten stehen sich gegenüber, wie zwei seiten der gleichen medaille, wie licht und schatten, wie tag und nacht – die eine kann nicht ohne die andere existieren und so ist dieses werk komponiert: die zwei perspektiven sind untrennbar und doch einzeln wahrnehmbar…

wer hat nicht schon versucht seinen schatten beim gehen zu fangen? wer hat sich nicht über diese seltsame erscheinung gewundert, die uns ständig begleitet, aber auch immer entgleitet? von platons »höhlengleichnis« über carl gustav jungs »analytischen psychologie« bis zur traumwelt eines jeden menschen, verschleiert und enthüllt der schatten die geheimnisse der welt.

konzept/choreographie toula limnaios musik ralf r. ollertz tanz/kreation daniel afonso, francesca bedin, laura beschi, leonardo d’aquino, alba de miguel, alessio scandale, hironori sugata, karolina wyrwal choreographische assistenz ute pliestermann lichtdesign/technischer leiter felix grimm licht/bühnentechnik domenik engemann kostüme antonia limnaios tourneen/kooperationen marie schmieder trailer schnitt giacomo corvaia

die cie. toula limnaios wird institutionell gefördert aus mitteln des landes berlin, senatsverwaltung für kultur und europa. ©2021